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BIM-Software für Architekten: Elektrotechnik sicher koordinieren

Architekten in der DACH-Region, die elektrotechnische Fachplanung koordinieren müssen, prüfen primär drei Plattformen: Archicad (Graphisoft), Allplan und Autodesk Revit mit MEP-Erweiterungen. Alle drei unterstützen IFC und BCF als offene Austauschformate und ermöglichen damit eine strukturierte Zusammenarbeit mit Elektroplanern, die spezialisierte Werkzeuge wie MagiCAD, DDS-CAD oder EPLAN einsetzen. Entscheidend ist nicht allein die Plattformwahl, sondern die Kombination aus IFC4-Export, definierten Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und einem BIM-fähigen Elektroplaner als Fachpartner.

gutachter
  • Archicad: Stärken bei Architekturmodellierung, OpenBIM-Workflows, BIMcloud-Kollaboration und integrierten HKLSE-Werkzeugen; gut für kleine bis mittlere Büros.
  • Allplan: Umfassende Plattform mit 3D-Modellierung, Mengenermittlung, Cloud-Kollaboration und IFC/BCF-Unterstützung; stark in der DACH-Region verankert.
  • Autodesk Revit + MEP-Add-ons: Marktführend bei komplexer TGA-Koordination; native MEP-Funktionen, breite Plugin-Landschaft, hoher Schulungsaufwand.

Als unmittelbaren nächsten Schritt empfiehlt sich ein Pilotprojekt mit einem BIM-fähigen Elektroplaner. IET-Berlin bietet genau diese Umsetzungsunterstützung an.

Welche BIM-Software für Architekten passt zur elektrotechnischen Koordination?

Die folgende Übersicht zeigt die drei Hauptplattformen im Vergleich der für Elektrokoordination relevanten Kriterien.

Infografik: Die wichtigsten BIM-Programme für die Elektroplanung im Vergleich

KriteriumArchicadAllplanRevit + MEP
MEP/Elektro-FunktionalitätIntegrierte HKLSE-Werkzeuge (nativ)Plugin-basiert (z. B. MagiCAD for Allplan)Native MEP-Module, breite Plugin-Auswahl
IFC4-UnterstützungVollständig (buildingSMART-zertifiziert)VollständigVollständig
Clash-DetectionIntegriert + Solibri/BIMxIntegriert + externe PrüfsoftwareIntegriert + Navisworks
BCF-WorkflowNativ unterstütztNativ unterstütztNativ unterstützt
DACH-Support & SchulungenGraphisoft-Partnernetz DACHAllplan-Schulungszentren DACHAutodesk-Reseller DACH
LizenzmodellEinzellizenz / Netzwerk / AboEinzellizenz / AboAbo (Einzellizenz / Netzwerk)
LernkurveMittelMittelHoch
Schnittstellen EPLAN/MagiCAD/DDS-CADIFC-basiert + MagiCAD-PluginIFC-basiert + MagiCAD for AllplanNative MagiCAD/DDS-CAD-Plugins

Für kleinere Architekturbüros mit gelegentlicher TGA-Koordination ist Archicad wegen der flacheren Lernkurve und der integrierten OpenBIM-Werkzeuge oft die pragmatischere Wahl. Revit empfiehlt sich bei großen Planungsbüros mit komplexer TGA und eigenem BIM-Management. Allplan liegt dazwischen und ist besonders in der deutschsprachigen Region gut etabliert. OpenBIM und IFC sind dabei keine Kür, sondern Voraussetzung; ohne IFC4-Export ist eine fachübergreifende Elektrokoordination schlicht nicht zuverlässig möglich.

Welche Funktionen sind bei BIM-Software für elektrotechnische Integration unverzichtbar?

Nicht jede BIM-Plattform liefert die Tiefe, die TGA-Planer tatsächlich benötigen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Attributstruktur: Elektrische Bauteile brauchen Attribute wie Anschlusseigenschaften, Schutzklassen und Nennströme. Ohne diese bleibt das Modell geometrisch korrekt, aber fachlich leer.

Technische Kernfunktionen:

  • Parametrische Elektro-Bibliotheken mit normativen Attributen (DIN 18015, VDE-Reihen)
  • Schaltkreis- und Leitungsmanagement sowie Kabeltrassen-Objekte
  • Automatische Mengenermittlung und Stücklisten
  • Schnittstellen für Spannungsabfall- und Lastberechnungen
  • IFC4-Export/Import und BCF-Unterstützung
  • Geprüfte oder native Anbindung an EPLAN, MagiCAD, DDS-CAD

Operative Kriterien:

  • Cloud-Kollaboration über eine gemeinsame Datenumgebung (CDE)
  • Versionierung und Berechtigungssteuerung für Fachmodelle
  • DACH-lokaler Support und Schulungsnetzwerk
  • Nachweisbare IFC-Zertifizierung durch buildingSMART

Die Bundesarchitektenkammer empfiehlt, BIM-Ziele und Modellierungsanforderungen über die AIA vertraglich festzulegen. Ohne diese Grundlage entstehen Modelle, die zwar geometrisch vollständig sind, aber keine auswertbaren Elektrodaten enthalten.

Profi-Tipp: TGA-Planer benötigen nicht nur Geometrie, sondern elektrische Attribute an jedem Bauteil. Fordern Sie beim Elektroplaner bereits in der AIA eine verbindliche Parameterliste ein, bevor das Modell aufgebaut wird.

Wie funktioniert ein BIM-Workflow zwischen Architektur und Elektrotechnik?

Der Architekt liefert das Architekturmodell auf dem vereinbarten Detaillierungsgrad (LOD), der Elektroplaner ergänzt Fachmodell-Parameter, und in definierten Zyklen laufen automatisierte Kollisionsprüfungen. BIM reduziert Koordinationsfehler durch frühzeitige Clash-Detection und verhindert teure Nacharbeiten auf der Baustelle.

  1. AIA definieren: Bauherr und Architekt legen gemeinsam Informationstiefe, Lieferzeitpunkte und Datenformate fest. Fehlende oder unpräzise AIA führen zu unbrauchbaren Modellen.
  2. BAP erstellen: Der BIM-Abwicklungsplan regelt Rollen, Werkzeuge, Austauschformate und Koordinationszyklen für alle Beteiligten.
  3. Modellübergabe: Architekt stellt Architekturmodell im vereinbarten IFC-Format in der CDE bereit.
  4. Kollisionsprüfung: Elektroplaner führt Clash-Runs durch, dokumentiert Konflikte als BCF-Tickets.
  5. Parametrierung: Elektroplaner reichert Fachmodell mit elektrischen Attributen an; Änderungen werden im Modell sichtbar.
  6. Freigabe: BIM-Koordinator prüft Modellqualität gegen AIA-Vorgaben und gibt Lieferstand frei.

Für die Modellfrequenz hat sich in der Praxis ein zweiwöchentlicher Zyklus in der Ausführungsplanung bewährt. BCF-Tickets werden direkt im Koordinationsmodell erstellt und dem zuständigen Fachplaner zugewiesen. Die Pilotphase dauert typischerweise einige Wochen, der vollständige Rollout auf Büroebene kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Profi-Tipp: Legen Sie im BAP explizit fest, wer BCF-Tickets schließen darf. Offene Tickets ohne Verantwortlichen sind der häufigste Grund für Koordinationsbrüche.

Mehrere Hände blättern am Konferenztisch durch BIM-Koordinationsunterlagen.

Welchen Nutzen bringt BIM für die Elektroplanung, und welche Risiken bestehen?

Der Nutzen ist konkret: Grundrisse und Schnitte lassen sich zwischen Architekten und Elektroplanern wiederverwenden, Doppelarbeit entfällt, und Mengenermittlungen werden automatisch aus dem Modell abgeleitet. Energieprofile und Notstromszenarien lassen sich virtuell testen, was konventionell kaum möglich war.

Nutzen:

  • Weniger Nacharbeiten durch frühzeitige Clash-Detection zwischen Architektur und TGA
  • Präzisere Mengenermittlung und bessere Angebotsqualität
  • Simulationen für Notstrom, Lastprofile und Energiemanagement
  • Schnellere Genehmigungen durch vollständige, prüffähige Modelle
  • Wiederverwendung von Grundrissen und Schnitten für die Energieeffizienz von Gebäuden

Risiken und Gegenmaßnahmen:

  • Unklare AIA führen zu unbrauchbaren Datenmodellen. Gegenmaßnahme: AIA vor Planungsbeginn formalisieren.
  • Fehlende Attributtiefe macht automatische Auswertungen unmöglich. Gegenmaßnahme: Parameterliste vertraglich vereinbaren.
  • Unkoordinierte Modellpflege erzeugt Versionskonflikte. Gegenmaßnahme: CDE mit klaren Statusregeln einführen.
  • BIM-Management ist nach BAK-Leitfaden als Besondere Leistung zu vereinbaren, sonst entsteht unbezahlter Mehraufwand.

Wie arbeiten EPLAN, MagiCAD und DDS-CAD mit BIM-Plattformen zusammen?

Spezialisierte Elektrowerkzeuge lösen Aufgaben, die generische BIM-Plattformen nicht vollständig abdecken. EPLAN ist das führende Werkzeug für Schaltpläne, Schemata und Schaltschrankbau. MagiCAD und DDS-CAD decken Kabel- und Trassenplanung sowie TGA-Koordination ab. Collaboration-Plattformen wie Revizto schließen die Lücke zwischen verschiedenen Softwarelösungen durch cloudbasierte Koordination und BCF-Integration.

  • EPLAN: Bidirektionale Schnittstelle zum BIM-Modell; Strukturdaten aus dem Modell werden in EPLAN übernommen, angereicherte Daten zurückgeschrieben. Sinnvoll ab mittlerer Projektgröße mit eigenem Schaltschrankbau.
  • MagiCAD: Native Plugins für Revit und Archicad; ermöglicht normgerechte Kabel- und Trassenplanung direkt im BIM-Modell. Für Projekte mit hohem Installationsvolumen die effizienteste Lösung.
  • DDS-CAD: Eigenständige TGA-Planungssoftware mit IFC-Export; gut geeignet, wenn der Elektroplaner keine native BIM-Plattform einsetzt, aber IFC-Austausch gewährleistet ist.

Ein direkter EPLAN-Export lohnt sich, wenn Schaltpläne und Schaltschränke projektbegleitend erstellt werden. Für die reine Trassenkoordination genügt oft ein IFC-zentrierter Datenaustausch.

Wie starten Sie Ihr erstes BIM-Projekt mit Elektrotechnik-Beteiligung?

  1. AIA definieren: Legen Sie Informationstiefe, Lieferzeitpunkte und Datenformate schriftlich fest. Nutzen Sie das DEGES-Muster-AIA als Vorlage.
  2. BAP erstellen: Regeln Sie Rollen, Werkzeuge und Koordinationszyklen. BIM-Management ist als Besondere Leistung nach HOAI gesondert zu vergüten.
  3. Pilotbereich wählen: Ein einzelnes Geschoss oder ein Gebäudeabschnitt reicht für den ersten Proof-of-Concept.
  4. Software und Plugins bestimmen: Prüfen Sie IFC4-Zertifizierung und verfügbare EPLAN/MagiCAD-Schnittstellen.
  5. Elektropartner einbinden: Beauftragen Sie einen BIM-fähigen Elektroplaner mit nachgewiesener IFC-Kompetenz, etwa IET-Berlin.
  6. Proof-of-Concept durchführen: Pilotphase 6–12 Wochen; Kostenfaktoren umfassen Lizenzen, Schulung, Modellierungsaufwand und externe Fachplanung.

Wann extern beauftragen? Sobald die TGA-Komplexität die internen Kapazitäten übersteigt oder ein Projekt erstmals BIM-pflichtig ist, ist ein externer BIM-fähiger Elektroplaner die sicherere Wahl. Die kostenbewusste Elektroplanung beginnt mit einer klaren Leistungsabgrenzung im Vertrag.

Warum BIM-fähige Elektroplanungspartner den Unterschied machen

Bei einem Bürogebäude mittlerer Größe in Berlin hat die frühe BIM-Koordination zwischen Architektur und Elektrotechnik dazu geführt, dass Kabeltrassen-Kollisionen mit der Tragstruktur bereits in der Entwurfsphase erkannt und behoben wurden. Das Ergebnis: keine Nachträge in der Ausführung, eine präzisere Ausschreibung und messbar verbesserte Energiekennzahlen durch integrierte PV-Planung.

IET-Berlin unterstützt Architekten und Bauherren mit folgenden Leistungen direkt:

  • BIM-fähige Elektrotechnik-Planung mit IFC4-konformen Fachmodellen
  • BAP- und AIA-Beratung für Neubauten, Umbauten und Modernisierungen
  • Bauüberwachung und Koordination mit Behörden und ausführenden Unternehmen
  • Ladeinfrastrukturplanung und PV-Integration als Teil des Energiekonzepts
  • Proof-of-Concept-Projekte für Büros, die BIM erstmals einführen

Sprechen Sie IET-Berlin an, um einen Beratungsworkshop oder ein Pilotprojekt zu vereinbaren.

Die wichtigste Erkenntnis: Wer BIM-Software für Architekten ohne verbindliche AIA und einen BIM-fähigen Elektroplaner einführt, erhält geometrisch vollständige, aber fachlich unbrauchbare Modelle.

ThemaDetails
Plattformwahl DACHArchicad, Allplan und Revit sind die relevanten Optionen; Wahl hängt von Bürogröße und TGA-Komplexität ab.
IFC/BCF als PflichtOhne IFC4-Export und BCF-Workflow ist fachübergreifende Elektrokoordination nicht zuverlässig möglich.
AIA früh formalisierenUnpräzise AIA sind die häufigste Ursache für unbrauchbare Modelle; Formalisierung vor Planungsbeginn ist zwingend.
Attributtiefe entscheidendElektrische Bauteile brauchen normative Attribute, nicht nur Geometrie, damit EPLAN/MagiCAD-Schnittstellen funktionieren.
IET-Berlin als PartnerIET-Berlin bietet BIM-fähige Elektrotechnik-Planung, BAP-Beratung und Pilotprojekte für Architekten und Bauherren.

Wann rechnet sich ein umfassender BIM-Einsatz für Elektrotechnik wirklich?

Der Schwellenwert liegt erfahrungsgemäß bei mittleren Bürogebäuden mit komplexer TGA, also ab etwa 2.000 m² Nutzfläche oder bei Projekten mit Notstromversorgung, Ladeinfrastruktur oder PV-Anlage. Wiederholbare Projekte profitieren schneller, weil Bibliotheken, Attributstrukturen und BAP-Vorlagen einmal aufgebaut und dann wiederverwendet werden.

Für kleinere Projekte mit überschaubarer Elektroinstallation genügt oft ein schlanker IFC-zentrierter Prozess: Architekturmodell in IFC4 exportieren, Elektroplaner koordiniert Trassen und Aussparungen, BCF-Tickets für Kollisionen. Eine tiefere EPLAN-Integration lohnt sich erst, wenn Schaltpläne und Schaltschränke projektbegleitend erstellt werden und der Datenaustausch bidirektional sein muss. Die Entscheidung sollte immer am tatsächlichen Koordinationsaufwand hängen, nicht an der Plattformfrage.

IET-Berlin unterstützt Sie bei der BIM-gestützten Elektrotechnikplanung

Architekten und Bauherren, die BIM-gestützte Elektrotechnikplanung erstmals einführen oder ein laufendes Projekt fachlich absichern wollen, finden in IET-Berlin einen erfahrenen Partner. Der Einstieg beginnt mit einer Erstberatung, in der AIA-Anforderungen und Projektumfang geklärt werden. Darauf folgt ein Pilotprojekt mit messbarem Ergebnis, bevor der vollständige Rollout vereinbart wird.

IET-Berlin

IET-Berlin erbringt Elektrotechnik-Planungsleistungen für Neubauten, Umbauten und Modernisierungen in Berlin, Brandenburg und bundesweit, einschließlich Bauüberwachung, Ladeinfrastruktur für Neubauten und PV-Integration. Sprechen Sie IET-Berlin an und vereinbaren Sie eine Erstberatung für Ihr nächstes Bauprojekt.

Weiterführende Quellen und Referenzdokumente

Folgende Dokumente sind für Vertragsgestaltung, Normkonformität und Werkzeugauswahl maßgeblich:

  • Bundesarchitektenkammer: BIM für Architekten, Leistungsbild, Vertrag, Vergütung: Grundlage für AIA- und BAP-Formulierungen sowie Vergütungsfragen nach HOAI. Im Projektvertrag als Referenz nennen.
  • DEGES: Muster-AIA mit Hinweisen: Praxisnahe Vorlage für Auftraggeber-Informationsanforderungen; direkt als Vertragsanlage verwendbar.
  • EPLAN Blog: BIM in der Gebäudetechnik: Erklärt Attributstruktur und Integrationsmuster für Elektro-BIM.
  • Allplan Produktseite: Technische Spezifikationen zu IFC/BCF-Unterstützung und Cloud-Kollaboration.
  • Revizto: BIM für die Elektrotechnik: Praxisartikel zu Clash-Detection und Koordinationsworkflows.
  • Schneider Electric Blog: Digitale Elektroplanung: Nutzenargumente und Beispiele für normgerechte digitale Elektroplanung.
  • Engels Bedachungen: Energieeffiziente Dachmodernisierung: Ergänzende Perspektive zur gebäudephysikalischen Einbettung von PV- und Energielösungen.

Dokumente, die im Projektvertrag explizit genannt werden sollten: AIA (mit LOIN-Anhang), BAP, LOD-Vorgaben je Leistungsphase sowie die vereinbarten Datenformate (IFC4, BCF). Ohne diese Vertragsgrundlagen fehlt die rechtliche Basis für Modellverantwortung und Qualitätssicherung.

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