Wann ein Retrofit reicht und wann eine Neuplanung unverzichtbar ist
Doch wie sieht die optimale Beleuchtung in modernen Büroräumen aus? Dazu finden sich in der DIN EN 12464-1 ein paar Vorgaben. Ein wichtiger Punkt ist die Blendbegrenzung, weil ein zu hoher UGR-Wert (Unified Glare Rating) die Mitarbeiter müde machen kann. Von Kopfschmerzen ganz zu Schweigen. Auch die zylindrische Beleuchtungsstärke sollte in Büros stimmen, damit Gesichter gut zu erkennen sind und die Kommunikation leichter fällt. Auf Helligkeit, Gleichmäßigkeit und Farbwiedergabe muss ebenso geachtet werden. Vor der Planung der Büromodernisierung muss also herausgefunden werden, wie diese Anforderungen an einen modernen Arbeitsplatz überhaupt erfüllt werden können.
- Beim Retrofit werden nur die alten Leuchten durch neue LED-Leuchten ersetzt, eine neue Planung der Lichtverteilung oder Steuerung erfolgt nicht. Durch den einfachen Austausch wird zwar Energie gespart, aber die Lichtverteilung kaum verändert. Vor allem bei der Blendbegrenzung stößt ein Retrofit meistens an Grenzen. Wenn bestimmte Bereiche heller, gleichmäßiger oder flexibler beleuchtet werden sollen, ist ein Retrofit technisch meistens nicht ausreichend.
- Eine Neuplanung sorgt für deutlich mehr Spielraum: Lichtpunkte können anders verteilt, innovative Steuerungen integriert und das Tageslicht besser genutzt werden. Das erhöht den Wohlfühlfaktor ungemein – und damit auch die Produktivität. Das Ergebnis ist nicht nur eine höhere Lichtqualität, sondern auch eine flexible Lösung, die sich später an veränderte Bürostrukturen anpassen lässt.
Wirtschaftlichkeit: Retrofit vs. Neuplanung im TCO-Vergleich
Ein Retrofit ist in der Anschaffung zwar günstiger. Der einfache Leuchtenaustausch kann aber langfristig für höhere Betriebskosten sorgen, wenn Lichtverteilung, Steuerung oder Effizienz nicht optimal sind. Eine Neuplanung bedeutet zwar eine höhere Anfangsinvestition, bietet aber deutliche Einsparungen über die gesamte Nutzungsdauer hinweg. Energieverbrauch, Wartung und Lebensdauer moderner Systeme können den ROI spürbar verbessern. Dass eine bessere Lichtqualität sich auch positiv auf die Arbeitsqualität auswirkt, kommt als zusätzlicher Vorteil noch obendrauf.
Unsere Insider-Tipps für eine moderne Bürobeleuchtung 2026
1. Human-Centric Lighting und Tageslicht für moderne Arbeitsplätze
Eine dynamische Beleuchtung mit Tunable White bildet den Tagesverlauf nach und steigert dadurch die Konzentration und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Besonders in Bereichen ohne viel Tageslicht macht das einen deutlichen Unterschied. Gleichzeitig lässt sich echtes Tageslicht intelligent in die Planung einbinden. Dann regeln Sensoren die künstliche Beleuchtung automatisch herunter, wenn genügend Licht von draußen kommt. Das spart Energie und schafft eine besonders angenehmere Atmosphäre.
2. Steuerkonzepte 2026: DALI-2, DT8, KNX und PoE im Überblick
Moderne Lichtsteuerungen machen die Bürobeleuchtung im Alltag noch flexibler. DALI-2 und DT8 ermöglichen eine präzise Regelung und die einfache Umsetzung von Tunable White. KNX bindet die Beleuchtung nahtlos in die Gebäudeautomation mit ein. PoE-Lösungen setzen sogar komplett auf Netzwerkverkabelung und bieten damit neue Möglichkeiten für Umbauten und flexible Raumkonzepte. Wichtig ist, dass die gewählte Technik zum Gebäude passt und einfach in die bestehende Infrastruktur integriert werden kann.
Fazit
Ob ein Retrofit ausreicht oder eine zukunftsorientierte Neuplanung die bessere Wahl ist, hängt davon ab, wie arbeitsfördernd, flexibel und energieeffizient Ihre Büroflächen am Ende sein sollen. Wer nur schnell Strom sparen möchte, kommt mit einem Retrofit oft schon weiter. Sobald jedoch Lichtqualität, Steuerung oder künftige Nutzungsänderungen eine Rolle spielen, führt an einer Neuplanung meist kein Weg vorbei. Wenn Sie eine moderne und wirtschaftliche Lösung für Ihre Bürobeleuchtung suchen, unterstützt Sie IET-Berlin gern.

