1. Bestandsaufnahme: Zustand analysieren und dokumentieren
Die wichtigste Grundlage für den Wiederanschluss oder die Weiterverwendung bestehender Elektroanlagen ist, den technischen Bestand detailliert zu erfassen. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten müssen also alle Installationen auf ihren Zustand und ihre Betriebssicherheit überprüft werden. Dazu gehört auch die Inspektion von Kabeln, Verteilern, Schutzmaßnahmen und Anschlusspunkten. Denn ältere Installationen entsprechen oft nicht mehr den aktuellen Normen, sodass sie entweder nachgerüstet oder durch Provisorien ergänzt werden müssen. Nur so können sie weiterhin sicher genutzt werden.
2. Sicherheitsüberprüfung: Normen und Vorschriften einhalten
Ein häufiges Problem bei der Weiternutzung von Bestandsanlagen ist die fehlende Dokumentation. In Altbauten wurden oft über Jahrzehnte hinweg diverse Änderungen vorgenommen, ohne dass die Pläne entsprechend aktualisiert wurden. In solchen Fällen ist es unumgänglich, dass eine normgerechte Überprüfung nach DIN VDE 0100-600 erfolgt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die bestehenden Anlagen den heutigen Anforderungen genügen. Wenn einige Anlagenteile nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprechen, können gezielte Maßnahmen wie der Einbau von Fehlerstromschutzschaltern oder die Erneuerung einzelner Leitungsabschnitte kostengünstig und trotzdem sicher Abhilfe schaffen.
3. Sanierung im bewohnten Zustand: Mieterbelastung gering halten
Nicht zu unterschätzen, ist zudem die Abstimmung der Sanierungsmaßnahmen mit den Bewohnern im Haus. Da die Mieter während der Arbeiten weiterhin in den Wohnungen leben, sollten die Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden. Dies kann beispielsweise durch abschnittsweise Arbeiten oder provisorische Zwischenlösungen geschehen, sodass wichtige Stromkreise durchgehend funktionsfähig bleiben. Hierbei spielt eine sorgfältige Koordination zwischen Elektrikern, Bauleitung und Mietern eine große Rolle.
4. Technische Integration: Zähler und Verteiler weiterverwenden
Eine weiter Herausforderung besteht darin, vorhandene Zähleranlagen und Verteilungen sinnvoll in das Sanierungskonzept zu integrieren. Wenn eine Modernisierung notwendig ist, können beispielsweise bestehende Verteilungen und Unterverteilungen in mehreren Phasen erneuert werden, um größere Stilllegungen zu vermeiden. Bei manchen Sanierungsobjekten ist es auch möglich, Bestandszähler kurzfristig weiterzuverwenden und erst im Anschluss an die Sanierung in ein neues System zu überführen.
5. Abstimmung: Technik im Einklang mit Recht und Förderung
Neben der strategisch geplanten technischen Umsetzung müssen auch rechtliche und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Wenn bestehende Installationen weiterverwendet werden, müssen sie mindestens den Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) entsprechen. Ebenso sollte geprüft werden, inwieweit Fördermittel für Teilsanierungen genutzt werden können, um die Kosten für den Bauherren zu reduzieren.
Fazit
Der Wiederanschluss und die Weiterverwendung von Bestandsanlagen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die durchdacht geplant und professionell durchgeführt werden muss. Denn damit die Sanierung reibungslos vonstattengeht und möglichst wirtschaftlich ist, sind eine detaillierte Bestandsaufnahme, die Einhaltung aktueller Sicherheitsstandards, eine enge Koordination mit den Mietern und eine intelligente Bauphasenplanung entscheidend. Mit dem richtigen Elektroplaner an Ihrer Seite lassen sich Kosten einsparen, während gleichzeitig eine sichere und zukunftsfähige Elektroinstallation geschaffen wird. IET-Berlin berät Sie gern.

