zertifizierter sachverstaendiger

Strangsanierung: Zähleranlagen-Tausch im Bestand

Ob Wallbox für Elektrofahrzeuge, Photovoltaikanlagen für mehr Nachhaltigkeit oder Stromspeicher für grünen Strom – neue technische Entwicklungen stellen vorhandene Elektroinstallationen in Bestandsbauten meistens vor große Herausforderungen. Besonders die Zähleranlagen entsprechen oft nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und der geforderten Sicherheit. Eine Strangsanierung wird damit oft unumgänglich, wenn die Elektroanlagen zukunftssicher bleiben sollen. Denn moderne Zählerplätze sind nicht nur Voraussetzung für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen, sondern auch für ihre Erweiterbarkeit. Ohne eine Anpassung an aktuelle technische Regeln lassen sich viele geplante Maßnahmen nicht oder nur mit erheblichem Mehraufwand umsetzen. Doch es geht auch anders. Wie genau, erläutern wir in diesem Artikel.

gutachter

Warum bestehende Zähleranlagen an ihre Grenzen stoßen

In vielen Bestandsgebäuden stammen die Zähleranlagen noch aus einer Zeit, als der elektrische Leistungsbedarf deutlich geringer war. Damals mussten nur Haushaltsgeräte und Beleuchtung mit Strom versorgt werden. Das war überschaubar. Heute kommen jedoch oft zusätzliche Lasten hinzu, was mit veralteten Elektroanlagen nicht mehr zu bewältigen ist.

Bei veralteten Zählerplätze ist man mit verschiedenen Problemen konfrontiert:

  • Es fehlt eine Reserve für Erweiterungen.
  • Der Brandschutz ist unzureichend.
  • Die Anordnung gilt als nicht normgerecht.
  • Es fehlen die Voraussetzungen für moderne Messkonzepte.

Durch diese Einschränkungen können geplante Maßnahmen wie der Einbau von Ladepunkten oder PV-Anlagen nicht genehmigt werden oder es sind umfangreiche Nacharbeiten nötig.

Was heute bei der Strangsanierung im Bestand zählt

1. Aktuelle Anforderungen an moderne Zähleranlagen einhalten

Aktuelle technische Anschlussbedingungen und geltende Normen haben heutzutage hohe Anforderungen an den Aufbau von Zähleranlagen:

  • normgerechte Zählerfelder
  • geeignete Schutz- und Schaltgeräte
  • Platz für Zusatzkomponenten und Kommunikationsmodule
  • ausreichende Reserveflächen für zukünftige Erweiterungen

All diese Vorgaben dienen dem sicheren und zuverlässigen Betrieb der elektrischen Anlage.

Neben den allgemeinen technischen Anforderungen müssen bei der Strangsanierung im Bestand insbesondere die aktuellen Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers und die Vorgaben der VDE-AR-N 4100 berücksichtigt werden. Sie regeln unter anderem den Aufbau der Zählerplätze mit normgerechten Zählerfeldern, den Einsatz von selektiven Hauptleitungsschutzschaltern (SLS), die Ausführung des Abschlusspunktes Zählerplatz (APZ) und die erforderlichen Reservefelder für zukünftige Erweiterungen. Nur wenn diese Vorgaben eingehalten werden, ist ein regelkonformer Netzanschluss und eine spätere Erweiterung der elektrischen Anlage möglich.

2. Brandschutz und Standortwahl im Bestand beachten

Ein besonders wichtiger Aspekt bei der Strangsanierung im Bestand ist der Brandschutz. Moderne Zähleranlagen haben andere Anforderungen an Aufstellungsort, Belüftung und Zugänglichkeit als ältere Systeme. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern muss deshalb fachgerecht geprüft werden, ob bestehende Standorte weiterhin geeignet sind oder die Zähleranlagen woanders installiert werden müssen. Eine fachgerechte Planung berücksichtigt neben brandschutztechnischen Vorgaben auch eine sichere Zugänglichkeit für die Wartung und eine ausreichende Belüftung zur Wärmeabfuhr. Dadurch wird die Sicherheit für Menschen und Gebäude deutlich erhöht.

3. Messkonzepte als Grundlage für zukünftige Nutzung einplanen

Neben der technischen Ausführung spielt auch das Messkonzept eine zentrale Rolle. Moderne Zähleranlagen müssen unterschiedliche Nutzungsmodelle abbilden können, zum Beispiel Summenzählungen, Unterzählerlösungen oder vorbereitende Maßnahmen für Mieterstrom. Eine frühzeitige Festlegung des passenden Messkonzepts verhindert spätere Umbauten und zusätzliche Kosten.

4. Umsetzung im bewohnten Gebäude vorausschauend gestalten

Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme. Dazu werden bestehende Mängel systematisch erfasst und dokumentiert. Diese Dokumentation bildet die Basis für die Abstimmung mit dem Netzbetreiber. Denn eine frühzeitige Abstimmung mit dem zuständigen Betreiber und Netzbetreiber ist besonders wichtig. Dabei muss die technischen Ausführung geklärt, die der Antrag mit vollständigen Unterlagen eingereicht und das Genehmigungsverfahrens muss begleitet werden. Erst dann geht es an die Umsetzung.

Die Strangsanierung von Zähleranlagen erfolgt dabei häufig im laufenden Betrieb. Das stellt besondere Anforderungen an die Planung und die Organisation. Dabei gilt es, dass die notwendigen Stromunterbrechungen so kurz wie möglich sind und möglichst transparent an die Hausbewohner kommuniziert werden. Für eine strukturierte Ablaufplanung gehören also klare Terminabstimmungen, koordinierte Umschlüsse und eine frühzeitige Information der Bewohner unbedingt dazu. So lassen sich Beeinträchtigungen minimieren und die Maßnahme wird von den Bewohnern als weniger störend wahrgenommen.

Fazit

Die Strangsanierung von Zähleranlagen im Bestand ist weit mehr als eine technische Anpassung aus Funktionsgründen. Wird sie fachkundig geplant und umgesetzt, sorgt sie für sichere, leistungsfähige und zukunftsfähige elektrische Anlagen. Durch eine Strangsanierung durch einen Experten wie IET-Berlin schaffen Sie sich Planungssicherheit, reduzieren spätere Kosten und ermöglichen die Umsetzung moderner Energiekonzepte. So ist Ihr Gebäude bestens für die Zukunft gerüstet.

Inhaltsverzeichnis